Schachspiel von vorne

Großspenden Fundraising

Was sind eigentlich "Großspenden"?

Die 80:20-Erfahrung

Ein Beispiel: Für ein besonderes Projekt z. B. zum Klimaschutz werden rund 100.000 € benötigt. Bis zu 20 % (rund 20.000 €) sind in der Regel durch besondere Spendenbitten zu bekommen.

Doch wo kommen die fehlenden 80 % (rund 80.000 €) eigentlich her? Hierfür sollten zunächst einmal alle Möglichkeiten für (->) Fördermittel recherchiert und genutzt werden. Aber es wird dann sicherlich noch immer ein Betrag zwischen 20 und 40 % (also 20.000 bis 40.000 €) offenbleiben.

So entsteht schnell der Wunsch nach „Großspenden“, um die benötigte Finanzierung zu erreichen.

Wenn’s um Geld für ein besonderes Projekt geht, sind meistens gleich große Beträge gemeint.

Eine klare Definition für eine Großspende gibt es nicht, da dies nur im Verhältnis zum jährlichen Spendenaufkommen oder dem Jahresbudget einer Organisation beschrieben werden kann.

Wenn die jährliche Durchschnittsspende z.B. rund 50 € beträgt, dann wäre bei einer kleinen Organisation das Zwanzigfache davon, also 1.000 € als einmalige Spende, schon eine Großspende. Bei einer größeren Organisation wäre dies erst bei 10.000 € oder gar 100.000 € der Fall.

Achtung: Bitte die Dauerspender*innen nicht vergessen!
Auch eine monatliche Spende von 100 € kann in der Jahressumme schon zu einer Großspende (12 * 100 = 1.200 €) geworden sein.

Prüfen Sie einmal:

  • Wie hoch ist die jährliche Durchschnittsspende zugunsten unserer Organisation?
  • Wie hoch sind die Jahressummen der Dauerspenden – im Verhältnis zur Durchschnittsspende?
  • Wie hoch sind die regelmäßigen jährlichen Einnahmen und das Budget unserer Organisation?

Jede Organisation muss für sich selbst definieren, ab welchem Betrag für sie eine Großspende beginnt und wie sie den Kontakt zu den Großspender:innen aufbauen und pflegen will.

Großspender:innen finden

"Großspenden" sind ein Traum aller Fundraiser*innen, aber die vielen "Sterntaler" fallen nur im Märchen vom Himmel. Auf der Erde ist das Suchen und Finden von Großspender:innen eine intensive Arbeit und braucht oftmals einen langen Atem. Nur in den seltensten Fällen kommt ein*e Großspender*in von sich aus auf eine Organisation zu.

„Ich kenne viele Menschen, die in der Lage wären, höhere Beträge zu spenden. Eine wesentliche Voraussetzung für das Wachstum von hiesigen Großspenden ist, dass diese Menschen auch um Spenden gefragt und betreut werden.“

(Ise Bosch, Co-Gründerin der Frauenstiftung Filia und des Pecunia Erbinnen-Netzwerks)


Wo finden Sie "Großspender:innen"?
In den regionalen Medien wird besonders gerne über Personen berichtet. („human touch“)

Dazu zählen z. B. auch die Teilnahme an Ausstellungseröffnungen, Bällen, Empfängen, Eröffnungen, Festspielen, Geburtstagen, Jubiläen und anderen gesellschaftlichen Ereignissen wie z. B. Benefizveranstaltungen. Wer diese oftmals belächelten „Klatschspalten“ aufmerksam liest, findet viele Hinweise auf Personen, die einmal für eine „gute Sache“ angesprochen werden könnten.

Das können vermögende Privatpersonen ebenso sein wie mittelständische Unternehmer:innen oder leitende Verantwortliche in Wirtschaftsunternehmen.

Überlegen Sie einmal, wen möchte ich gerne einmal persönlich kennenlernen? Dann informieren Sie sich z. B. über Google und in den örtlichen Medien über ihre Wunschpersonen:

  • Persönliches: Name, Geburtsort, Schule, Familie, Hobbies
  • Berufliches: Ausbildung, Berufstätigkeit, eigene Unternehmen, Partnerschaften,
  • Netzwerke: z. B. XING, LinkedIn, Service-Clubs, Heimat-, Kultur- oder Sportverein u. a.m.
  • Gesellschaftliches: Hobbies, kulturelle Interessen, Sport, Teilnahme an Veranstaltungen
  • Tradition und Werte: z. B. Frieden, Gerechtigkeit, Heimat, Klimaschutz, Nachhaltigkeit
  • Verbindungen zu unserer Organisation und unserem besonderen Projekt
  • Lokales und soziales Engagement, frühere Spenden
  • Gibt es ein Lebensmotto oder Lebensziel?
  • Das Wichtigste: Wen kenne ich, der bereits einen persönlichen Kontakt zu dieser Person hat?

Mit Großspender:innen ins Gespräch kommen

Die Kontaktaufnahme zu möglichen Großspender:innen geht immer von innen nach außen.

Kennen Sie eigentlich Ihre Mitglieder, Kita- oder Konfirmanden-Eltern, Besucher*innen und regelmäßigen Spender:innen? Oftmals sind darunter auch vermögende Personen und andere, die zu ihnen einen direkten Kontakt haben, oder verantwortliche Entscheidungsträger:innen aus größeren Wirtschaftsunternehmen.

Hier liegt ein Schatz verborgen, den es zuerst zu heben gilt, weil es schon eine positive Beziehung zu ihrer Organisation gibt! Diese Menschen können Sie leichter ansprechen z. B. auf deren Erfahrungen mit ihrer Organisation oder auf gemeinsame Ziele für Klimaschutz und gesellschaftliche Veränderungen.

Um ihre ausgewählten Wunschpersonen zu treffen, ist oftmals die beste Gelegenheit, selbst an Veranstaltungen oder gesellschaftlichen Ereignissen teilzunehmen. Dabei lässt sich oftmals zwanglos mit den ebenfalls dort anwesenden gesuchten Personen ins Gespräch kommen oder auch andere interessante Persönlichkeiten kennenlernen. Achtung: Überfallen sie diese nicht mit ihrer Spendenbitte! Beginnen Sie ein zwangsloses Gespräch („Smalltalk“).

Das Größte, was sie bei einem ersten Kennenlernen erreichen können, ist die Bitte um eine Gelegenheit für ein persönliches Gespräch und das Austauschen der Visitenkarten. Dann können Sie innerhalb der nächsten sieben Tage (!) anrufen oder eine kurze Mail schicken, um einen Termin zu vereinbaren. – Seien Sie bitte nicht enttäuscht: manchmal klappt es beim ersten Treffen nicht, sondern erst bei einer späteren Veranstaltung, auf der sie sich erneut begegnen.

Das Wichtigste in einem persönlichen Gespräch ist das Zuhören!

So erfahren sie, was ihre*n Gesprächspartner*in interessiert: Wenn sie dabei einen Anknüpfungspunkt zu ihrem Projekt und ihren Zielen entdecken, dann können sie daran anknüpfen, ein Angebot zu einer Beteiligung machen und den Nutzen für die/den Gebende*n beschreiben.

Warum sollte eine Person etwas unterstützen? Diese Frage lässt sich ganz einfach beantworten und in folgende Formel bringen:

E > €

Wenn die Emotion (E) des Gebers für ein Projekt größer ist als der wegzugebende Betrag (€), dann kommt es zur Unterstützung. (Andreas Schiemenz: Das persönliche Gespräch – Fundraising durch Überzeugung)

Erstellen Sie eine kurze Beschreibung auf einer DIN A4-Seite („Factsheet“):

  • [WAS] Was ist das Einzigartige unseres Projektes? / Unser Alleinstellungsmerkmal ist …
  • [WARUM] Wo kommen wir her? / Unser Auftrag (Mission) ist …
  • [WOZU] Wo wollen wir hin? / Unser Ziel (Vision) ist …
  • [WELCHE] Welche Begeisterung trägt dieses Projekt? / Der Nutzen für die/den Geber*in ist …

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