Geldscheine

Kirchensteuer

Können wir wirklich um Spenden bitten, obwohl die Mitglieder doch schon Kirchensteuer zahlen?

Nur ein Drittel aller Gemeindemitglieder zahlt Kirchensteuer. Kirchensteuer wird nur von Menschen entrichtet, die Lohnsteuer oder Einkommensteuer zahlen. Also von Erwerbstätigen oder von Menschen mit anderen ausreichend hohen Einkünften. Dies können Mieten oder Kapitalerträge sein.

Ein Drittel weniger Kirchensteuer

Im Zuge der demographischen Entwicklung wird der Anteil der Kirchensteuerzahler bis zum Jahr 2030 um ein Drittel sinken. Einnahmen aus Kirchensteuer sogar um die Hälfte. Dies prognostizierte die Evangelische Kirche in Deutschland im Jahr 2006. Ohnehin ist die Kirchensteuer in Deutschland eine weltweit fast einmalige Konstruktion. Kirchengemeinden in fast allen anderen Ländern finanzieren sich rein aus freiwilligen Gaben der Gemeindemitglieder – zum Beispiel mit dem biblischen „Zehnten“.

Es ist eine fest verankerte Tradition der Kirche, dass sie die meisten ihrer Angebote kostenfrei zugänglich macht. So kommt es, dass überwiegend Menschen die Gemeindeangebote in Anspruch nehmen, die keine Kirchensteuer (mehr) zahlen. Die allermeisten von ihnen dürften sich nicht darüber im Klaren sein, wie sich kirchliche Arbeit finanziert.

Und sie dürften auch nicht wissen, dass die Zuweisungen, die eine Kirchengemeinde von ihrer Landeskirche erhält, sich nicht nach dem Lohn- und Einkommensteueraufkommen im Einzugsbereich der Kirchengemeinde richten. Statt dessen erhalten die Kirchengemeinden in der Regel einen festen Betrag pro Gemeindemitglied von ihrer Landeskirche. Ähnlich dem Länderfinanzausgleich existiert auch hier ein Ausgleichsystem: Finanzstarke Landeskirchen finanzieren die finanzschwachen Landeskirchen durch einen Ausgleichbetrag mit.

Speziell den nicht kirchensteuerpflichtigen Menschen möchte kirchliches Fundraising Alternativen zur Kirchensteuer anbieten. Viele spüren eine starke Verbundenheit mit ihrer Kirche oder Kirchengemeinde und sind gerne zu einer Unterstützung bereit und in der Lage.

Fundraising ist eine Einladung

Dabei soll es sich immer um ein reines Angebot handeln. Eine Einladung an potenzielle Förderer, in einer bewussten, frei gewählten Weise mitzuwirken und mitzuhelfen, um die evangelische Kirche in der Gesellschaft zu stärken.

Die Antwort lautet also: Ja!

Ja, wir dürfen Mitglieder um Unterstützung bitten. Und sie haben die freie Wahl, es zu tun oder zu lassen.

Informationen zur Kirchensteuer

Ein Film aus der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz

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