alte Bibel auf der Wartburg

Theologie und Ethik im Fundraising

Heiligt der gute Zweck alle Mittel?

Fundraiser und Fundraiserinnen kennen die für ihre Arbeit notwendigen Gesetze und Vorschriften. Sie geben Antwort auf die Fragen, was getan werden darf oder muss.

Brauchen wir darüber hinaus besondere ethische Regelungen?

Ja, denn ethisch-moralische Fragen werden nicht in Gesetzen geregelt. Vor Sorge um den Erhalt des Kindergartens kann es passieren, dass ein Spendenbrief in seiner Tonalität über das Ziel hinaus schießt.

Menschen, die zur freiwilligen Unterstützung gewonnen werden sollen fühlen sich so weniger motiviert oder auch bedrängt. Auch wenn Not und Finanzbedarf groß sind: Fundraiser und Fundraiserinnen müssen bei ihrem Werben um Unterstützung stets die Freiwilligkeit der Entscheidung und die Bedürfnisse der Angesprochenen im Blick haben. Daher braucht es eine ethische Richtschnur für das Handeln. Das gilt ganz besonders dort, wo sich Kirchengemeinden oder kirchliche Einrichtungen mit dem Einwerben von Legaten und Vermächtnissen beschäftigen. Eine Herausforderung ist auch das Sponsoring.

Hier taucht die Frage auf, ob und in welchem Maße die Unternehmensphilosophie eines Sponsors mit den Werten und Zielen der Kirchengemeinde oder kirchlichen Einrichtung übereinstimmt. Oder an welchen Stellen Werbebotschaften platziert werden können. Hier müssen schnell Antworten gefunden werden.

Erfahrene Fundraiser sind sich ihrer Verantwortung gegenüber Spendern und Spenderinnen, der Gesellschaft und den Leistungsempfängern bewusst. Auch in ethischen Fragen. Sie wissen, dass viele Spender dem Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für Soziale Fragen (DZI) vertrauen. In den Leitlinien werden hohe Anforderungen auch an das ethisch-moralische Verhalten der Organisation gestellt. Der Ethik-Ausschuss des Deutschen Fundraising Verbandes hat „Grundregeln für eine gute, ethische Fundraisingpraxis“ verabschiedet, denen alle Mitglieder des Verbandes verpflichtet sind.

Grundsätzliche Unterschiede im kirchlichen Fundraising

Das Fundraising einer Kirchengemeinde unterscheidet sich vom Fundraising anderer Hilfsorganisationen. Kirchliches Fundraising kann sich an den vorgenannten Leitlinien orientieren, braucht aber eigene – theologisch fundierte - ethische Standards auf Basis des kirchlichen Auftrages. Sie dienen der Orientierung für die Fundrasingarbeit und stärken nicht nur das Vertrauen von Spenderinnen und Spendern, sondern tragen zur gesellschaftlichen Anerkennung des Fundraisings bei. Fundraising gründet auf dem Vertrauen der Mitglieder und Förderer in die Kirchengemeinde und auf deren Glaubwürdigkeit. Dies betrifft insbesondere das Einwerben von Mitteln, deren Verwendung und die Rechenschaft hierüber.

Einige EKD-Gliedkirchen haben ethische Standards für das Fundraising entwickelt.

Ob das in Ihrer Landeskirche der Fall ist, erfahren Sie von Ihrer Ansprechperson. Wenn es solche Standards in ihrer Landeskirche gibt, sollten Sie sich diese zu eigen machen und sie in Ihrer Gemeinde kommunizieren. Sollte es noch keine Standards geben, sollten Sie deren Entwicklung anregen. Die Standards der EKD-Gliedkirchen sind eine Hilfe.

Dazu passt

Ethische Standards im kirchlichen Fundraising

Was darf sein, was nicht?

Orientieren Sie sich.

Zu den Standards

Beispiel ethischer Richtlinien kirchlichen Fundraisings

Ethische Richtlinien für kirchlichen Fundraising

Ein Praxisbeispiel aus dem Norden Deutschlands

Regeln nachlesen

Leitlinien für kirchliches Fundraising in Bayern

Informieren Sie sich mit der Broschüre "Gemeinsam Gutes tun".

Zu den Leitlinien (pdf)

Grundregeln des Deutschen Fundraising Verbands

Zu den Ethischen Grundregeln des Deutschen Fundraising Verbands. 

Regeln nachlesen (pdf)

Theologische Perspektiven des Gebens

Ein Beitrag von Dr. Thomas Kreuzer

Zum Beitrag

Seelsorge und Fundraising

Zwei Dinge, die nicht vermischt werden dürfen.

Lernen Sie, wie man Seelsorge und Fundraising trennt.

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