Crowdfunding | fundraising-evangelisch.de

Crowdfunding

Crowdfunding für Kirche

Crowdfunding scheint auf kirchliche Einrichtungen aktuell eine besondere Wirkung zu haben. Kaum eine Kirchengemeinde, die sich nicht zumindest kurz damit auseinandergesetzt hat. Ein Grund dafür sind die sehr intensiven Marketingmaßnahmen von Banken, die eigene Online-Portale empfehlen möchten.

Was verbirgt sich hinter Crowdfunding?

"Vielleicht können wir für unser Projekt Crowdfunding machen?"  Diese oder ähnliche Sätze hören Fundraiserinnen und Fundraiser im Kontext der Beratung von Kirchengemeinden. Es klingt so einfach: Man stellt sein Projekt ins Internet, ganz viele Leute finden das toll und spenden. Das Geld kommt quasi von allein. So einfach ist es allerdings nicht.

Ist Crowdfunding ein geeignetes Fundraising Instrument für Kirchengemeinden?

Der Grundgedanke des Crowdfundings ist, dass viele Menschen einer guten Idee folgen und es durch viele kleine oder große finanzielle Beiträge realisieren. Bei dem zu finanzierenden Vorhaben kann es sich um eine Geschäftsidee handeln oder auch um ein gemeinnütziges Projekt. Immer geht es darum, viele Menschen im Internet zu motivieren.

Beispiele: Ein junges Filmteam bemüht sich um die Finanzierung eines Filmprojektes. Oder Sie möchten die Operationskosten für ein Kind aus Ihrer Partnergemeinde in Südafrika aufbringen.

Im Gegenzug werden den Förderern gestaffelte „Dankeschöns“ oder „Belohnungen“ geboten. Wer Geld gibt, erhält also eine Gegenleistung. Insofern handelt es sich steuerrechtlich nicht um Spenden. Sobald eine Gegenleistung erbracht wird, gerät die Kirchengemeinde grundsätzlich in die Steuerpflicht. Unter der Berücksichtigung von Freibeträgen werden Umsatzsteuer und Ertragssteuer fällig.

Wichtiger Hinweis!

Besprechen Sie Ihre Crowdfunding-Aktion und vorgesehene Belohnungen für Unterstützer im Vorfeld mit einem Steuerberater.

Crowdfunding über Online-Portale

Das zu finanzierende Vorhaben wird über eine spezielle Internet-Plattform angeboten, über die auch die Zahlungen abgewickelt werden. Eine Deadline wird vorgegeben, in der die benötigte Summe aufzubringen ist. Auf der Internetplattform werden das Finanzierungsziel, der aktuelle Finanzierungsstand und die Laufzeit angezeigt.

Je nach Anbieter erfahren die Besucher auch, wie viele Personen gespendet haben und bis zu welchem Prozentsatz das Ziel erreicht oder übertroffen wurde. All diese Informationen beeinflussen die Entscheidung zur Beteiligung. Wenn viele Menschen mitgemacht haben, möchte man ebenfalls dabei sein. Wenn das Ziel fast erreicht ist, ist der Erfolg gesichert. Wer sich nicht gleich entscheiden mag, sieht am folgenden Tag, ob sich etwas getan hat oder auch nicht.

Crowdfunding funktioniert nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip. Nur wenn das gesteckte und kommunizierte Ziel im vorgesehenen Zeitraum erreicht wird, erfolgt eine Auszahlung des Geldes. Andernfalls geht es in den meisten Fällen an die Unterstützer zurück. Der Portalanbieter ist praktisch Treuhänder zwischen dem Projektträger und den Förderern.

Verschiedene kirchliche Banken bieten aktuell Plattformen an, auf denen kirchliche Projekte um Spenden und Unterstützung werben können. Hier ist eine gewisse Vorsicht geboten. Einige Angebote werben mit dem Begriff Crowdfunding, obwohl es sich lediglich um eine Online-Spendenplattform handelt. Und immer wieder können die Betreiber der Plattformen selbst nicht mit den Unterschieden umgehen und setzen sie fehlerhaft ein. Prüfen Sie daher einen Einsatz im Vorhinein, um unschöne nicht eingeplante  Steuerforderungen zu vermeiden.

Tipp 1

Vergleichen Sie die Angebote verschiedener Crowdfunding-Portale:

  • Kosten
  • Vorgaben und Bedingungen
  • Unterstützung bei der Umsetzung

Tipp 2

Wenn Sie mittelfristig an Crowdfunding denken, dann starten SIe jetzt mit aktiver Arbeit in digitalen Medien.

Bauen Sie in Sozialen Medien eine Community auf, Sie dann zu gegebener Zeit Ihr Projekt vorstellen können.

Voraussetzung für Crowdfunding

Klären Sie zunächst: Für welche Menschen genau ist das Projekt interessant?

Die Erweiterung der Kindertagesstätte im Norden Frankfurts hat für Eltern in Hamburg oder München kaum Bedeutung. Und wie viele von den Menschen, die für eine Kirchensanierung spenden, sind auf Facebook ansprechbar? Kirchliche Projekte sind in der Regel regional begrenzt sind. Daraus ergibt sich die Frage, wer darüber hinaus Interesse an der erfolgreichen Umsetzung hat.

Crowdfunding beginnt immer im eigenen Netzwerk.

Ziel ist es zunächst, bereits vor der Aktion eine Community im Netz aufzubauen. Haben Sie bislang keine Erfahrung mit Community Aufbau in digitalen Medien, so sollte Crowdfunding nicht das erste Projekte sein. Wenn das Projekt überzeugend ist, wird es Kreise ziehen, von den Unterstützern über deren persönliche  Netzwerke weiterempfohlen. So kommen Menschen hinzu, die bisher keinen Kontakt zur Gemeinde hatten. Eine neue Gemeinschaft oder Community kann entstehen – zumindest für dieses Projekt. Voraussetzung ist eine regelmäßige und für den Nutzer interessante Berichterstattung und Einbeziehung. Dies geschieht auf den für den Nutzer relevanten digitalen Kanälen. Zum Beispiel Facebook, YouTube oder Instagram.

Voraussetzung für den Aufbau einer solchen Community ist, dass möglichst viele Online-Kanäle genutzt werden: Soziale Netzwerke sind unerlässlich. Ein Blog auf der eigenen Projektseite hält Interessierte auf dem Laufenden. Internetnutzer wollen nicht nur eine schriftliche Projektbeschreibung, sie wollen Bilder und Videos sehen. Ein gutes Video ist auf den meisten Crowdfunding-Plattformen Pflicht, um überhaupt ein Projekt zu starten. Im Video kann das Projekt persönlich vorgestellt werden. Aussagekräftige und qualitativ hochwerte Fotos zeigen das Projekt. Texte erzählen Geschichten. Die Geschichten, die hinter dem Projekt stehen, machen es interessant und persönlich.

Menschen  geben am liebsten für Menschen – von deren Geschichten sie berührt sind. Das alles macht Arbeit, bei der Vorbereitung und während der Projekt-Laufzeit.

Setzen Sie sich Ziele

Crowdfunding ist selten eine Vollfinanzierung. Nur ein Teil der benötigen Gesamtsumme soll auf diese Weise akquiriert werden. Setzen Sie diese Summe realistisch aber nicht zu hoch an. Wenn potentielle Unterstützer den Eindruck haben, dass das Ziel nicht erreicht wird, verlieren sie das Interesse. Je schneller die gewünschte Summe zusammen kommt, desto größer ist das Erfolgserlebnis – nicht nur für die Projektverantwortlichen, sondern auch für die Projektförderer. Ein Projekt, das bei einer Standard-Laufzeit von 90 Tagen nach 80 Tagen erst die Hälfte des finanziellen Zieles erreicht hat, wird scheitern.

Fazit

Crowdfunding ist dann geeignet, wenn es um ein Projekt geht, das vorwiegend jüngere und netzaffine Menschen anspricht.

Grundsätzlich gilt, dass Internetspenden höher sind als die normale Erstspende. Wobei die Höhe der Unterstützung auch mit der Attraktivität der „Belohnung“  zusammenhängt. Die klassische Spenderbeziehung lässt sich beim Crowdfunding allerdings nicht aufbauen. Denn Sie haben keinen persönlichen Kontakt zu Ihren Unterstützern. Bevor Sie mit einem Crowdfunding-Projekt starten, sollten Sie über einen professionellen Internetauftritt verfügen und in den sozialen Netzwerken aktiv sein. Laufen Sie sich dort warm und testen Sie die Attraktivität Ihrer Angebote, bevor Sie Zeit und Geld in eine Crowdfunding-Aktion investieren.

Was dazu passt

Online-Fundraising

Mehr als nur ein Spendenbutton.

So kann Online-Fundraising bei Kirche gelingen.

Mehr über Online-Fundraising

Texten fürs Netz

Im Internet gelten andere Regeln.
Lernen Sie, wie gute Texte entstehen.

Mehr über Texte im Netz

Website Relaunch richtig machen

Bringen Sie vor dem Crowdfunding Ihre Website in Ordnung.

So klappt's mit dem Relaunch