Seminar Situation

Interview zu kirchlichem Fundraising in "Gemeindebrief" Januar 2020

Interview: So klappt der Start ins kirchliche Fundraising

Gespräch mit Studienleiter Maik Meid

Kirchensteuereinahmen sinken, das Geld wird knapp – aber Gemeinden benötigen nach wie vor viel Geld für ihre Arbeit.

Es geht um die Sanierung von Gebäuden, die Reparatur der Orgel, neue Kirchenbänke oder langfristige, kostenintensive Projekte für den Gemeindeaufbau.

Wer soll das alles bezahlen?

Für die Fundraising Akademie ist das eine Alltagsfrage. Studienleiter und Redakteur Maik Meid hat Antworten und Praxistipps.

gemeindebrief.de:
„Herr Meid, wenn Kirchengemeinden knapp bei Kasse sind, aber dringend den Glockenturm sanieren müssen, denkt man klassischerweise an einen großen Spendenaufruf oder großzügige Kollekten, um das finanzielle Problem aus dem Weg zu schaffen. Das ist doch eine Lösung, oder?“

Maik Meid:
„Hand auf’s Herz: Wie hoch sind Kollekten im normalen Gottesdienst? Wirklich retten kann man damit nichts. Und auch Spendenaufrufe sind oft nur gut gemeint. Es ist aber erst mal sehr positiv, weil sich Menschen Gedanken und machen und sich engagieren. Der kleine finanzielle Erfolg macht später Lust auf mehr.“

gemeindebrief.de:
„Punktuelle, kleine Erfolge sind also ganz nett. Aber man sollte wohl das Ganze im Blick behalten: Wie ist die Gemeinde für die Zukunft aufgestellt?“

Maik Meid:
„Ich bin kein Prophet. Meine Schwerpunkte liegen im Fundraising und der digitalen Kommunikation. Daher bin ich fest davon überzeugt, dass sich Zukunftsfähigkeit besonders dort zeigen wird. Gemeinden müssen in der Lage sein, Menschen dort anzusprechen, wo sie sind. Mit den Worten, die sie verstehen. Ansprache und Sichtbarkeit müssen sich deutlich verändern und professionalisieren. Kirche hat da noch eine Menge aufzuholen.“

Fundraising als Allheilmittel?

gemeindebrief.de:
„Fundraising klingt für viele wie ein Zauberwort und ein Allheilmittel für finanzielle Probleme. Was muss man wissen, um Fundraising richtig zu verstehen?“

Maik Meid:
„Ein Zauberwort, weil Fundraising in der Gemeinde ungeahnte Kräfte freisetzen kann und auf einen langen Zeitraum gesehen wirklich finanziell erfolgreich sein kann. Der Unterschied zum reinen Spendensammeln: Es ist ein Marathon und kein Sprint. Um den Marathon zu bestehen, müssen sich Kirchengemeinden vorbereiten und trainieren. Daher ist es kein Allheilmittel. Marathon muss man wollen und er tut auch ein kleines bisschen weh, bis die Freude eintritt.“

Nebenbei ins Fundraising einsteigen

gemeindebrief.de:
„Nicht jeder kann und will gleich professionell ins Fundraising einsteigen. Gemeindeglieder, Kirchenvorstände und Ehrenamtliche haben einen Beruf, sind in der Ausbildung oder an anderer Stelle aktiv. Kann man sich einfach nebenbei fit fürs Fundraising machen?“

Maik Meid:
„Im Prinzip ja. Allerdings benötigt Fundraising schon Basiswissen. Ich empfehle, sich mit der in der Landeskirche oder dem Diakonischen Werk zuständigen Person für Fundraising in Verbindung zu setzen. Auf unserer Website fundraising-evangelisch.de finden Sie die Kontaktdaten direkt und einfach.

Die Kolleginnen und Kollegen vor Ort kennen die Herausforderungen und bieten passgenaue Qualifikationen an. Manchmal als Wochenendseminare, oft auch in Verbindung mit Webinaren. Fortbildungen erfolgen in sehr vielen Fällen durch die Fundraising Akademie, die seit Jahren der Marktführer in diesem Bereich ist.

Gleichzeitig unterstützt auch das digitale Angebot von fundraising-evangelisch. Auf der Website finden Sie Tipps rund um das kirchliche Fundraising. Über die Suchfunktion gelangen Sie an Hilfen zur Erstellung von Strategien und Konzeptionen oder Spendenbriefen, Sponsoringverträge oder Material zu Ethik und Theologie. Im Community-Bereich können Sie sich mit anderen Menschen austauschen und konkrete Fragen stellen. Oder sich durch die wöchentliche E-Mail über neue Artikel informieren lassen.“

gemeindebrief.de:
„Angenommen, meine Heimatgemeinde beauftragt mich, bei Ihnen mal unverbindlich anzurufen und Sie um Hilfe zu bitten. Was wollen Sie als Erstes wissen? Auf was muss ich mich einstellen?“

Maik Meid:
„Als erstes würde ich Sie tatsächlich zu den Fachleuten Ihrer Landeskirche vermitteln, denn diese haben viel mehr Erfahrung mit der Situation vor Ort. Aber ich würde Sie fragen, was Ihr Antrieb ist. Gibt es ein konkretes Vorhaben? Oder muss allgemein „etwas geschehen“? Ich würde Sie darauf hinweisen, dass ein Fundraisingprozess ein Team, Zeit und Budget benötigt, er aber auch besondere Chancen birgt.

Fundraising besteht aus vier Phasen. Zuerst kommt die Analyse, dann die Planung einer Strategie in Form eines Konzepts. Darauf folgt die Umsetzung, die immer wieder überprüft wird, damit Anpassungen erfolgen können. Klingt ein wenig theoretisch, ist im Betrieb viel spannender. Die Kosten halten sich dabei in Grenzen, wenn auf die kirchlichen Fachleute zugegriffen werden kann.“

gemeindebrief.de:
„Begeistern und gewinnen“ sind Schlagworte, die im Fundraising immer wieder auftauchen. Wie geht denn das?“

Maik Meid:
„Praxiserfahrene Kolleginnen und Kollegen betonen, dass Fundraising gleichzeitig Gemeindeaufbau ist. Es stellt den richtigen Menschen die richtigen Fragen zur richtigen Zeit. So kann aus der zunächst drögen Sanierung eines Kirchturms ein emotionales Projekt werden, für dass sich die ganze Gemeinde einsetzt. So finden sich vor Ort neue Menschen und bindet die bereits Aktiven.“

Geht's im Fundraising immer um Geld?

gemeindebrief.de:
„Ein weiterer Punkt: Geld ist doch nicht alles. Oftmals geht es auch um ideelle Unterstützung.“

Maik Meid:
„Das ist richtig. Wir haben noch gar nicht über Spenden gesprochen. Diese sind zwar wichtig, aber zunächst zweitrangig. Denn Fundraising möchte Menschen gewinnen, die sich engagieren. Das kann sowohl durch eine Geldspende geschehen, aber auch durch die Mithilfe vor Ort. Entweder allgemein in der Gemeinde, oder konkret beim Projekt, wie der Kirchturmsanierung.“

Ein schönes Fundraising Praxisbeispiel

gemeindebrief.de:
„Haben Sie ein Lieblingsbeispiel für gelungenes Fundraising auf Gemeindeebene?“

Maik Meid:
„Es gibt so viele gute Beispiele, dass ich kaum noch einen Überblick habe. Mein Lieblingsprojekt stammt aus dem Ruhrgebiet. Das Fundraising-Team der Ev. Kirchengemeinde Sprockhövel existiert seit über 10 Jahren und hat in dieser Zeit mehrere Projekte durch Kreativität und eine langfristige Strategie begleitet. Im Zentrum stand dabei immer die Zwiebelturmkirche als emotionales Erkennungszeichen des Ortes. Momentan sind sie damit beschäftigt, die Sanierung der Kirche zu unterstützen.“

gemeindebrief.de:
„Falls Gemeinden noch zögern, auf Sie zuzukommen: Ihr Mutmacher für den Erstkontakt mit Ihnen?“

Maik Meid:
„Schauen Sie auf die Website fundraising-evangelisch.de und lassen Sie sich inspirieren. Fundraising ist eine der sinnvollsten Tätigkeiten innerhalb des kirchlichen Engagements.

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